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Die Cortisonwirkungen

Cortison beeinflußt viele Funktionen im Organismus, in erster Linie den Zucker-, Eiweiß- und Fettstoffwechsel, den Elektrolyt-Wasser-Haushalt, sowie den Knochenstoffwechsel. Außerdem hat es Einfluß auf die Bildung der verschiedenen Blutzellen. Die Gesamtheit aller Funktionen führt zur Aufrechterhaltung des sog. inneren Gleichgewichts (Homöostase). Daraus resultiert die lebenserhaltende Wirkung dieses Hormons.

Substitutionstherapie

Kann der Organismus Cortison, aus welchen Gründen auch immer, nicht oder in nicht ausreichender Menge produzieren, so muß es von außen zugeführt werden. Das nennt man Substitutionstherapie. Wird die richtige Dosierung gewählt, so müssen alle durch den Hormonmangel bedingten Symptome verschwinden und die Behandlung hat keinerlei unerwünschte Wirkungen.

Pharmakologische Therapie

Nun weiß man seit mehr als 60 Jahren, daß Cortison auch ganz andere Wirkungen entfalten kann, die seinen Einsatz bei vielen schweren akuten und chronischen Krankheiten rechtfertigt. Dazu müssen Cortison und seine Derivate in höherer Dosis gegeben werden als es für die physiologischen Funktionen nötig ist. Man spricht dann von pharmakologischer Therapie. Auf solche Weise können therapeutische Erfolge erzielt werden, wie sie früher nicht vorstellbar waren. Dazu gehören als wichtigste Wirkungen die Hemmung von Entzündung und Unterdrückung immunologischer Reaktionen, aber auch die Beseitigung von Hirnödemen, die Unterdrückung des durch Medikamente oder Narkose ausgelösten Erbrechens und die Reifung der Lunge bei Frühgeburten.

Wirkungsmechanismen

Der biochemische Wirkungsmechanismus der Cortisonpräparate ist heute weitgehend geklärt. Die Mehrzahl aller Effekte kommt dadurch zustande, daß sich das eingenommene oder eingespritzte Präparat mit den in allen Zellen des Körpers vorhandenen spezifischen Rezeptoren verbindet, in den Zellkern eindringt und dort die Bildung spezieller Eiweiße auslöst. Ein Teil von diesen wirkt unmittelbar entzündungshemmend, während andere die sog. Entzündungsmediatoren hemmen. Diese Wirkungen treten schon bei sehr kleinen Dosen Cortison ein, haben aber eine längere Anlaufzeit: Wirkungsbeginn nach etwa 30 Minuten und volle Wirkung nach 6-8 Stunden. Diese Zeitangabe gilt nicht nur für Tabletten, sondern auch für Injektionen.

Daneben hat Cortison einen unmittelbaren Einfluß auf die Durchlässigkeit von Zellmembranen, wodurch es auf verschiedenen Wegen zu einer erheblichen Verstärkung der immunsupprimierenden Wirkung kommt. Diese Effekte kommen nur bei sehr hohen Dosen zustande, sie treten aber innerhalb von wenigen Minuten ein. Alle genannten Wirkungen und Mechanismen gelten für sämtliche Cortisonpräparate in gleicher Weise. Unterschiede zwischen den verschiedenen Produkten bestehen lediglich in der Wirkungsstärke sowie in ihrer Verweildauer im Blut.
Fazit:
Cortisonpräparate sind die stärksten entzündungshemmenden Mittel, über die die Medizin verfügt. Sie haben auch noch andere wichtige therapeutische Wirkungen. Deshalb sind sie für die moderne Medizin unverzichtbar geworden.

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